AllgemeinGoogle AdsNewsletter 02. Oktober 2026
Google Ads erstellt ab Oktober 2026 automatisch Angebote aus Ihrer Website
Google automatisiert einen weiteren Bestandteil seiner Werbeplattform. Ab dem 12. Oktober 2026 kann Google Ads bei Kampagnen mit Standort-Assets automatisch Angebote von der Website eines Unternehmens erkennen und als sogenannte Angebots-Assets in Kampagnen verwenden.
Rabatte, Gutscheine und andere Aktionen müssen damit nicht mehr zwingend manuell als Asset angelegt werden. Google kann entsprechende Informationen selbstständig auf der Website identifizieren, extrahieren und mit bestehenden Kampagnen verknüpfen.
Was zunächst nach einer kleinen Komfortfunktion klingt, ist Teil einer wesentlich größeren Entwicklung: Google übernimmt immer mehr Aufgaben, die bislang aktiv durch Werbetreibende oder Agenturen gesteuert wurden.
Und genau deshalb sollten Unternehmen wissen, was Google hier automatisiert – und wie sich die Funktion kontrollieren oder deaktivieren lässt.
Was ändert sich ab dem 12. Oktober 2026?
Google informiert derzeit Werbetreibende darüber, dass automatisch erstellte Angebots-Assets für entsprechende Kampagnen aktiviert werden.
Voraussetzung sind laut der Mitteilung Such- oder Performance-Max-Kampagnen mit verknüpften Standort-Assets, bei denen bislang noch keine Angebots-Assets hinterlegt wurden.
Google kann anschließend auf der Website vorhandene Angebote erkennen. Dazu können beispielsweise gehören:
Rabatte, Gutscheine, zeitlich begrenzte Aktionen oder andere konkrete Angebote.
Erkennt Google ein geeignetes Angebot, können die entsprechenden Informationen extrahiert und automatisch als Angebots-Asset mit einer Kampagne verknüpft werden.
Der entscheidende Unterschied zur bisherigen Vorgehensweise:
Der Werbetreibende muss dieses Asset nicht selbst erstellen.
Google durchsucht gewissermaßen die vorhandenen Informationen und entscheidet automatisiert, welche davon sich als Angebot innerhalb einer Anzeige verwenden lassen.
Was sind Angebots-Assets überhaupt?
Angebots-Assets – teilweise auch als Promotion Assets bezeichnet – erweitern klassische Google-Anzeigen um konkrete Aktionen.
Ein Nutzer könnte beispielsweise nicht nur eine Anzeige eines Onlineshops sehen, sondern zusätzlich einen Hinweis auf eine aktuelle Rabattaktion.
Vereinfacht dargestellt:
Normale Anzeige
Muster-Shop
Hochwertige Produkte direkt online bestellen.
Anzeige mit Angebots-Asset
Muster-Shop
Hochwertige Produkte direkt online bestellen.
20 % Rabatt – nur diese Woche
Solche Erweiterungen können eine Anzeige deutlich auffälliger machen. Gerade bei Nutzern, die verschiedene Anbieter miteinander vergleichen, kann ein konkreter Preisvorteil zusätzliche Aufmerksamkeit erzeugen.
Bisher mussten entsprechende Aktionen allerdings bewusst als Asset angelegt und gepflegt werden.
Google möchte einen Teil dieser Arbeit nun automatisieren.
Google liest Angebote direkt von der Website aus
Aus Marketingsicht ist das vermutlich der interessanteste Punkt der Änderung.
Die Website wird für Google zunehmend nicht mehr nur zum Ziel einer Anzeige, sondern gleichzeitig zur Datenquelle für deren Erstellung.
Google beschreibt den Mechanismus so, dass Angebote auf der Website erkannt, extrahiert und anschließend direkt auf Kampagnen angewendet werden können.
Damit entsteht vereinfacht folgende Kette:
Website → Angebotserkennung → Asset-Erstellung → Google-Anzeige
Ein Unternehmen veröffentlicht beispielsweise eine Rabattaktion auf seiner Website.
Google erkennt diese Aktion.
Anschließend kann daraus automatisch ein Angebots-Asset entstehen, das wiederum innerhalb einer laufenden Kampagne ausgespielt wird.
Das reduziert manuellen Aufwand – gleichzeitig gibt der Werbetreibende einen weiteren Teil der unmittelbaren Anzeigensteuerung an Google ab.
Welche Vorteile verspricht Google?
Google begründet die Funktion vor allem mit einer einfacheren Datenbeschaffung.
Anstatt Angebote mehrfach pflegen zu müssen, können vorhandene Informationen direkt von der Website übernommen werden.
Das kann insbesondere für Unternehmen interessant sein, die regelmäßig wechselnde Aktionen durchführen.
Ein Onlineshop mit zahlreichen saisonalen Angeboten müsste beispielsweise nicht jedes relevante Angebot zusätzlich als separates Google-Ads-Asset anlegen.
Auch bei Unternehmen mit mehreren Standorten können automatisierte Prozesse grundsätzlich interessant sein, wenn lokale Aktionen auf der Website bereits sauber gepflegt werden.
Google verfolgt dabei das Ziel, nur gültige und hochwertige Angebote mit Kampagnen zu verknüpfen.
Wie gut diese automatische Erkennung in der Praxis funktioniert, dürfte allerdings stark davon abhängen, wie eindeutig Angebote auf einer Website dargestellt werden.
Der interessante Punkt: Google aktiviert die Funktion automatisch
Werbetreibende sollten insbesondere einen Abschnitt der Google-Mitteilung beachten.
Google schreibt:
„Wir aktivieren diese neue Funktion automatisch für Sie.“
Das bedeutet: Unternehmen müssen die Funktion nicht zwingend selbst einschalten.
Wer die Voraussetzungen erfüllt, kann die automatische Erstellung der Angebots-Assets von Google aktiviert bekommen.
Der Werbetreibende behält laut Google allerdings die Kontrolle und kann die Funktion deaktivieren.
Genau deshalb lohnt sich ein Blick in die Kontoeinstellungen – insbesondere dann, wenn Angebote und Werbeaussagen innerhalb eines Unternehmens bewusst zentral gesteuert werden.
Wo finde ich automatisch erstellte Angebots-Assets?
Sobald entsprechende Assets erstellt und ausgeliefert wurden, sollen sie laut Google im Bereich Assets des Google-Ads-Kontos erscheinen.
Dort können Werbetreibende die automatisch erstellten Assets einsehen und verwalten.
Eine Besonderheit gibt es allerdings:
Assets, die bereits an Nutzer ausgeliefert wurden, sind laut Googles Mitteilung weiterhin im Konto sichtbar. Assets ohne Impressionen werden dagegen nicht aufgeführt.
Das sollte man bei einer Kontrolle berücksichtigen.
Nur weil aktuell kein automatisch erstelltes Asset sichtbar ist, bedeutet das daher nicht zwangsläufig, dass die Funktion im Konto deaktiviert wurde.
Kann ich die automatische Erstellung deaktivieren?
Ja.
Google weist ausdrücklich darauf hin, dass Werbetreibende die Funktion auf Kontoebene deaktivieren können.
Dazu müssen die Einstellungen für automatisch erstellte Assets auf Kontoebene aufgerufen werden.
Dort lässt sich nach „Automatische Angebote“ suchen und die entsprechende Funktion auf „Aus“ stellen.
Für Unternehmen bedeutet das letztlich eine strategische Entscheidung:
Möchte ich Google möglichst viel automatisieren lassen – oder möchte ich vollständige Kontrolle darüber behalten, welche Angebote innerhalb meiner Anzeigen kommuniziert werden?
Beide Ansätze können sinnvoll sein.
Warum wir die Funktion zunächst kontrollieren würden
Automatisierung ist innerhalb von Google Ads grundsätzlich nichts Neues.
Performance Max, automatische Gebotsstrategien, dynamische Assets und KI-generierte Anzeigeninhalte zeigen bereits, in welche Richtung sich die Plattform entwickelt.
Viele dieser Funktionen können sehr hilfreich sein.
Trotzdem würden wir insbesondere bei der Einführung einer neuen automatischen Asset-Art zunächst kontrollieren, welche Informationen Google tatsächlich aus der Website übernimmt.
Denn eine Website enthält nicht ausschließlich aktuelle Werbeaktionen.
Denkbar sind beispielsweise ältere Aktionsseiten, archivierte Angebote, unterschiedliche Aktionen für verschiedene Kundengruppen oder Bedingungen, die erst im Kontext der jeweiligen Seite verständlich werden.
Google erklärt zwar, dass nur gültige und hochwertige Angebote verwendet werden sollen. Ob die automatische Interpretation in jedem individuellen Fall der gewünschten Kommunikation eines Unternehmens entspricht, lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.
Deshalb gilt aus unserer Sicht:
Automatisieren – ja. Aber kontrollieren.
Websites werden für Google Ads immer wichtiger
Die Änderung zeigt noch etwas anderes.
Google Ads und die eigentliche Website wachsen technisch immer stärker zusammen.
Früher wurde eine Anzeige weitgehend manuell erstellt und leitete anschließend auf eine Landingpage.
Heute verwendet Google Informationen aus Websites, Produktfeeds, Unternehmensprofilen und anderen Datenquellen zunehmend direkt für die Erstellung und Optimierung von Werbemitteln.
Damit gewinnt auch die technische und inhaltliche Qualität einer Website für Google Ads an Bedeutung.
Wenn Google Informationen automatisiert interpretieren soll, müssen diese möglichst eindeutig sein.
Ein Rabatt sollte tatsächlich als Rabatt erkennbar sein. Aktionszeiträume sollten klar angegeben werden. Abgelaufene Angebote sollten nicht unnötig weiter öffentlich erreichbar sein. Und unterschiedliche Aktionen sollten so strukturiert werden, dass sowohl Nutzer als auch automatisierte Systeme ihren Kontext verstehen können.
Das ist nicht nur eine Frage der Suchmaschinenoptimierung.
Die Website wird zunehmend zur Datenbasis des gesamten Google-Marketings.
Google übernimmt immer mehr Teile der Anzeigensteuerung
Die automatische Erstellung von Angebots-Assets lässt sich deshalb nicht isoliert betrachten.
Google bewegt sich seit Jahren weg von einer Werbeplattform, bei der jeder einzelne Bestandteil einer Kampagne manuell festgelegt wird.
Stattdessen gibt der Werbetreibende zunehmend die Rahmenbedingungen vor:
Ziele, Budgets, Landingpages, Produkte, Zielgruppeninformationen und vorhandene Inhalte.
Google übernimmt anschließend immer mehr Entscheidungen darüber, welche Kombination welchem Nutzer zu welchem Zeitpunkt präsentiert wird.
Die neuen automatischen Angebote sind ein weiterer kleiner Baustein dieses Systems.
Und dieser Trend passt auch zu den anderen aktuellen Veränderungen, die wir bei Google beobachten.
Während Google einerseits neue Anforderungen daran stellt, welcher Unternehmensname innerhalb einer Anzeige verwendet werden darf, automatisiert das Unternehmen andererseits zunehmend die Inhalte, die zusammen mit dieser Identität ausgespielt werden.
Das wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich, folgt aber einer nachvollziehbaren Logik:
Google möchte mehr automatisieren – gleichzeitig muss eindeutiger werden, von welchem Unternehmen die automatisch zusammengestellte Werbung tatsächlich stammt.
Hier würde ich direkt intern auf euren Artikel „Google Ads Unternehmensname: Neue Richtlinie ab Oktober 2026“ verlinken.
Was Unternehmen jetzt prüfen sollten
Vor beziehungsweise nach der Aktivierung am 12. Oktober 2026 würde ich bei betroffenen Google-Ads-Konten insbesondere vier Dinge kontrollieren:
- Sind Such- oder Performance-Max-Kampagnen mit Standort-Assets aktiv? Diese Konstellation nennt Google ausdrücklich für die Einführung.
- Welche Angebote befinden sich aktuell auf der Website? Auch ältere Aktions- und Landingpages sollten dabei berücksichtigt werden.
- Welche automatisch erstellten Assets erscheinen anschließend im Google-Ads-Konto? Nach der ersten Auslieferung lohnt sich eine Kontrolle im Asset-Bereich.
- Soll Google Angebote überhaupt automatisch übernehmen? Wenn nicht, kann die Funktion über die Einstellungen für automatisch erstellte Assets auf Kontoebene deaktiviert werden.
Gerade bei Unternehmen mit strengen Marken-, Preis- oder Freigabeprozessen würde ich die Einstellung nicht einfach unbeachtet lassen.
Mein Fazit
Die automatische Erstellung von Angebots-Assets ist auf den ersten Blick eine praktische Funktion.
Wenn Google einen gültigen Rabatt ohnehin auf einer Website erkennen kann, ist es durchaus sinnvoll, diesen nicht noch einmal manuell in Google Ads eingeben zu müssen.
Der interessantere Aspekt liegt für mich jedoch in der Entwicklung dahinter.
Google Ads bewegt sich weiter in Richtung einer Plattform, bei der Unternehmen immer weniger einzelne Anzeigen erstellen und stattdessen Daten, Inhalte und Rahmenbedingungen bereitstellen, aus denen Google die Werbung zunehmend selbst zusammensetzt.
Für Werbetreibende kann das erhebliche Arbeit sparen.
Es bedeutet aber auch, dass die Qualität der zugrunde liegenden Daten und die regelmäßige Kontrolle automatisierter Entscheidungen immer wichtiger werden.
Die Frage lautet deshalb nicht unbedingt, ob man diese Automatisierung grundsätzlich zulassen sollte.
Sondern:
Welche Entscheidungen kann Google sinnvoll automatisieren – und bei welchen möchte ich als Unternehmen weiterhin selbst bestimmen, was meine potenziellen Kunden sehen?

