Analyse von Tim Jerathe & Daniel Schiemann
Die Kampagnenstruktur, wie sie Google-Ads-Manager über viele Jahre aufgebaut haben, existiert 2026 nur noch in der Theorie.
Komplexe Setups, dutzende Kampagnen, granular getrennte Anzeigengruppen und Keyword-Splits – all das ist nicht nur ineffektiv geworden, sondern wirkt aktiv gegen die KI.
2026 belohnt Google Strukturen, die aus Sicht der Maschine logisch, konsistent und datenstark sind. Das führt zu einem Paradigmenwechsel:
Weniger Struktur.
Mehr Signale.
Mehr Performance.
Warum komplexe Strukturen 2026 scheitern
Komplexität war früher ein Vorteil.
2026 ist sie ein Problem.
Mehr Kampagnen bedeuten:
- fragmentierte Daten
- zu kleine Signalvolumen
- unklare Lernphasen
- ineffiziente Budgetverteilung
- langsames Training der KI
- Doppelausspielungen und Signalkonflikte
- schwache Modellprognosen
Die KI kann nur Muster erkennen, wenn genügend Daten in einem stabilen Fluss vorhanden sind.
Viele Accounts haben keine schlechten Produkte oder Strategien – sie haben eine Struktur, die das Lernen blockiert.
Daniel Schiemann beschreibt es so:
„2026 muss die Struktur die KI unterstützen, nicht der KI in die Quere kommen.“
Die neue Logik: Kampagnen als Daten-Container, nicht als Steuerungswerkzeug
Früher:
Eine Kampagne = ein Konzept = eine Zielgruppe = ein Intent.
Heute:
Eine Kampagne = ein Datenraum, in dem die KI:
- Signale sammelt
- Muster erkennt
- Zielgruppen bildet
- Creatives bewertet
- Gebote optimiert
Die manuelle Trennung ist nicht mehr nützlich – sie ist hinderlich.
Kampagnen erfüllen 2026 nur noch drei Funktionen:
- Budgetrahmen
- Zieldefinition
- Signal-Organisation
Alles andere übernimmt die KI.
Wie eine optimale Kampagnenstruktur 2026 aussieht
Brand-Kampagne (optional)
Für den Schutz der Marke und die Sicherung des Impression Shares.
Performance Max „Core“
Der zentrale Wachstumscontainer.
Er kombiniert:
- Suchintention
- Display
- Video
- Shopping
- Discovery
- Remarketing
Alles wird über Signale gesteuert – nicht über Strukturen.
Performance Max „Extensions“ (optional)
Nur für Produktlinien oder Services mit klar unterschiedlichen Wertmodellen.
Broad Match Search „Signal Booster“
Dient der KI als zusätzlicher Intent-Katalysator.
Remarketing / CRM-basierte Kampagnen
Für hochwertige Signale, nicht zur Umsatzgenerierung.
Der Rest entfällt.
Warum Keyword-Splits und Kampagnen-Splits nicht mehr sinnvoll sind
Die KI erkennt längst, welche Suchanfragen wertvoll sind.
Keyword-Splits behindern:
- das Sammeln von First-Party-Signalen
- das Clustern von Nutzerprofilen
- das Trainieren des Bidding-Modells
- das korrekte Matching von Creatives
- die datenbasierte Budgetverteilung
Kampagnen-Splits führen dazu, dass die KI dieselben Nutzer mehrfach bewerten muss – ineffizient, teuer, leistungslimitierend.
Tim Jerathe bringt es auf den Punkt:
„Die KI braucht große Datenräume, keine kleinen Kästchen.“
Warum Ultra-Simplicity die Skalierungsfähigkeit massiv erhöht
Je simpler die Struktur, desto stärker die Effekte:
- mehr Lernsignale
- bessere Mustererkennung
- höheres Trainingsvolumen
- schnellere Optimierung
- bessere Vorhersagen
- stabilere Ergebnisse
- niedrigere Kosten
Komplexität zerreißt Daten.
Simplicity bündelt Daten.
Datenbündelung = KI-Power.
Die erfolgreichsten Accounts nutzen:
- 1–3 Performance-Max-Kampagnen
- 1 Search-Kampagne
- 1 Brand-Kampagne
- 1 CRM-Retargeting-Kampagne
Nicht mehr.
Dadurch entsteht ein homogener Datenfluss, der die KI in die Lage versetzt:
- Nutzercluster zu bilden
- Intent-Signale zu verstehen
- Creatives korrekt zuzuordnen
- Gebotsstrategien präzise auszurichten
Es ist kein Zufall, dass nahezu alle Google-Premium-Agenturen weltweit Kampagnenstrukturen vereinfachen.
Warum das größte Risiko 2026 Übersteuerung ist
Zu viele Unternehmen sabotieren die KI durch:
- zu viele Kampagnen
- zu viele Zielgruppen-Einschränkungen
- zu viele negative Keywords, Placements und Ausschlüsse
- zu viele manuelle Segmente
- zu geringe Budgets auf zu viele Container
Die KI kann nicht lernen, was sie nicht sehen darf.
Sie kann nicht optimieren, was fragmentiert ist.
Sie kann nicht skalieren, was künstlich limitiert wird.
Der neue Job der Agentur: Struktur-Gestalter statt Struktur-Bauer
Früher baute man Strukturen.
Heute gestaltet man Datenräume.
Agenturaufgaben 2026:
- Signale definieren
- Conversion-Intelligenz orchestrieren
- Creative-Strategien integrieren
- Feed-Qualität sicherstellen
- Datenkonsistenz prüfen
- Budget-Lernphasen begleiten
Datenräume statt Strukturen.
Signale statt Keywords.
Simplicity ist keine Designentscheidung.
Simplicity ist ein Performancefaktor.
Eine gute Struktur 2026:
- ist klein
- ist klar
- fördert Datenfluss
- stärkt KI-Entscheidungen
Eine schlechte Struktur:
- ist fragmentiert
- limitiert Lernphasen
- erzeugt inkonsistente Ergebnisse
Oder wie Daniel Schiemann sagt:
„Die beste Struktur ist die, die der KI am wenigsten im Weg steht.
