AllgemeinGoogle Ads 01. Oktober 2025
Double Serving in Google Ads - Was hat sich 2025 geändert?
In der Welt von Google Ads gibt es immer wieder Begriffe und Strategien, die für Verwirrung sorgen können. Einer davon ist Double Serving. Damit wird die Praxis bezeichnet, als Werbetreibender mit mehreren Anzeigen gleichzeitig in einer einzigen Google Suche zu erscheinen. Doch was ist daran so brisant? Und was hat sich 2025 bei Google geändert?
Was ist Double Serving und warum ist es riskant?
Grundsätzlich besagen die Google-Richtlinien, dass jedes Unternehmen nur einen Anzeigenplatz in einem spezifischen Anzeigenblock belegen darf. Der Grund ist einfach: Google möchte allen Werbetreibenden eine faire Chance geben und vermeiden, dass ein Unternehmen die Suchergebnisse dominiert.
Technisch lässt sich diese Regelung zwar umgehen, allerdings war Google schon immer sehr strikt auf die Einhaltung der Richtlinien zum Double Serving bedacht. Wer erwischt wird, riskiert nicht nur die Deaktivierung seiner Anzeigen, sondern kann sich im schlimmsten Fall rechtlichen Problemen gegenübersehen. Es ist oft nur eine Frage der Zeit, bis die Konkurrenz oder Google selbst reagiert.
Die neue Google-Richtlinie: Was ist jetzt erlaubt?
Mitte April hat Google seine Richtlinien zum Double Serving gelockert und für mehr Klarheit gesorgt.
Die wichtigste Änderung: Es ist nun erlaubt, dass ein und dasselbe Unternehmen mehrmals auf einer Suchergebnisseite mit Anzeigen erscheint.
Aber Achtung – das entscheidende Detail: Das Unternehmen darf weiterhin nur einmal innerhalb eines Anzeigenblocks erscheinen.
Was bedeutet das konkret?
Erlaubt: Eine Anzeige Ihres Unternehmens erscheint im oberen Anzeigenblock (z.B. Platz 1), und eine weitere Anzeige erscheint im unteren Anzeigenblock (z.B. auf dem letzten Platz). Dies gilt jetzt als konform mit den Richtlinien.
Nicht erlaubt (weiterhin Double Serving): Zwei Anzeigen desselben Unternehmens erscheinen direkt nacheinander oder im selben oberen oder unteren Anzeigenblock.
Google ermöglicht es Werbetreibenden nun also, eine größere Präsenz über die gesamte Suchergebnisseite hinweg zu haben, solange sie nicht innerhalb eines bestimmten Werbebereichs dominieren.
Vorsicht Falle: Der Fall des Hamburger Zahnarztes
Trotz der Lockerungen der Google-Richtlinie bleibt die korrekte Interpretation entscheidend. Ein Beispiel aus Hamburg zeigt, wie schnell man in die Grauzone geraten kann.
Ein Zahnarzt in Hamburg war kürzlich zeitweise mit drei Domains unter dem Suchbegriff „Zahnarzt Hamburg“ zu finden. Hinter allen Domains stand dabei die gleiche GmbH als Inhaber. In diesem Fall wurden mindestens zwei der Anzeigen direkt nacheinander im selben Anzeigenblock platziert, was – selbst nach den neuen Richtlinien – einen klaren Verstoß darstellt.
Der anscheinende Versuch, mit mehreren Domains die gleiche Dienstleistung anzubieten und die Suchergebnisse zu dominieren, widerspricht dem Geist der Richtlinien und kann als unlauterer Wettbewerb gewertet werden.
Was Sie beachten sollten
Die neuen Google-Richtlinien zum Double Serving sind eine Erleichterung für Unternehmen, die ihre Präsenz auf den Suchergebnisseiten maximieren möchten. Sie eröffnen die Möglichkeit, sowohl oben als auch unten auf einer Seite sichtbar zu sein.
Allerdings gilt nach wie vor:
- Im selben Block darf nur eine Anzeige desselben Unternehmens erscheinen. Versuchen Sie nicht, mehrere Plätze in einem Anzeigen-Block gleichzeitig zu belegen.
- Unlauterer Wettbewerb ist weiterhin riskant. Die Regeln von Google sind eng mit den Gesetzen des unlauteren Wettbewerbs verknüpft. Das Ausnutzen von Lücken, um die Konkurrenz unfair zu verdrängen, kann zu Abmahnungen führen.
Auch wenn die technische Umsetzung des Double Servings einfach erscheint: Gehen Sie auf Nummer sicher. Ein kurzfristiger Vorteil durch eine Regelverletzung wiegt die möglichen rechtlichen Konsequenzen und die Gefahr einer Kontosperrung bei Google Ads nicht auf.
Bleiben Sie auf dem aktuellen Stand der Richtlinien und konzentrieren Sie sich auf die Optimierung Ihrer Anzeigenqualität, anstatt auf riskante Grauzonen-Strategien.

