Alle BeiträgeAllgemeinGoogle Ads 15. August 2025
Demand Gen – Mehr Reichweite mit Googles neuem Kampagnen-Typ
In der digitalen Werbung verändert sich die Art und Weise, wie potenzielle Kunden erreicht werden. Immer seltener beginnen Kaufentscheidungen mit einer aktiven Suche – stattdessen lassen sich Menschen immer häufiger durch inspirierende Inhalte leiten.
Genau hier setzt Demand Gen an: Googles neuer Kampagnentyp, der Aufmerksamkeit und Reichweite im richtigen Moment erzeugen soll – noch bevor überhaupt ein konkretes Bedürfnis geäußert wurde.
Was ist Demand Gen?
Demand Gen steht für „Demand Generation“ und wurde entwickelt, um Nutzer frühzeitig im Funnel abzuholen. Der Fokus liegt auf visueller Ansprache, automatisierter Ausspielung und der Nutzung von KI-gestütztem Targeting. Die Anzeigen erscheinen in stark frequentierten Umfeldern wie YouTube, dem Discover-Feed oder Gmail.
Im Gegensatz zu klassischen Suchanzeigen, die auf eine konkrete Anfrage reagieren, bringt Demand Gen Inhalte dorthin, wo sich die Zielgruppe ohnehin bewegt – und das in einem Kontext, der Aufmerksamkeit erzeugt.
Für wen eignet sich Demand Gen?
Besonders spannend ist Demand Gen für Unternehmen, die mit emotionalen oder visuellen Botschaften arbeiten. Marken, die neue Zielgruppen erschließen, Brand Awareness aufbauen oder Produktinteresse wecken möchten, profitieren stark. Das gilt etwa für:
- E-Commerce-Shops mit visuell starken Produkten
Reichweite in YouTube & Discover trifft auf kaufbereite Zielgruppen – ideal, wenn ausreichend Bild- und Videomaterial vorhanden ist. - Unternehmen mit Lead-Funnel (z. B. SaaS, B2B-Services)
Demand Gen kann früh Interesse wecken und mittels First-Party-Daten (Website-Besucher, Whitepaper-Downloads) effizient optimieren. - Marken- oder Produkt-Launches
Große Sichtbarkeit, Story-Formate und kombinierte Ziel-KPIs (Reichweite + Conversions) eignen sich hervorragend, um neue Angebote schnell bekannt zu machen. - Werbetreibende mit mindestens 30 Conversions pro Monat
Die Algorithmen der Demand Gen Kampagne benötigen eine gewisse Datenbasis, um sinnvoll zu lernen.
Vor- und Nachteile
Vorteile
Reichweite trifft Intention
Demand Gen platziert Ihre Anzeigen in Momenten, in denen Nutzer*innen noch Inspiration suchen, sich aber bereits für Ihr Angebot interessieren könnten. So gewinnen Sie früh Aufmerksamkeit und behalten dank Smart Bidding gleichzeitig Ihre Conversion-Ziele im Blick.
Automatisierte Creative-Kombinationen
Google testet Bild- und Video-Assets automatisch in verschiedenen Formaten und Sequenzen. Der Algorithmus findet Varianten, die manuell kaum abbildbar wären – und spielt nur jene Kombinationen aus, die nachweislich performant sind.
Gemeinsamer Budget-Pool
Ein einziges Tagesbudget wird dynamisch auf YouTube, Discover und Gmail verteilt. Das beschleunigt die Lernphase, reduziert Streuverluste und sorgt dafür, dass Mittel dort eingesetzt werden, wo sie den größten Effekt erzielen.
Nahtlose Integration
Demand Gen nutzt dieselben Tracking-Signale, Zielgruppen-Listen und Gebotsstrategien wie Search- oder Performance-Max-Kampagnen. Sie fügen den neuen Typ also ohne zusätzlichen Setup-Aufwand in Ihr bestehendes Google-Ads-Ökosystem ein.
Nachteile
Allerdings verlangt das Format vielseitige Creatives: Mindestens ein querformatiges Video, ein Hochformat-Clip für Shorts und mehrere Bildgrößen sind Pflicht. Placement-Kontrolle ist nur eingeschränkt möglich; sensible Umfelder müssen per Ausschlussliste gefiltert werden. Auch eine feingranulare Auswertung der einzelnen Platzierungen ist nicht möglich, da die einzelnen Kanäle – Discover, YouTube und Gmail – nicht separat betrachtet werden können.
Worauf sollte man achten?
Ziele und Budget sauber definieren:
Wählen Sie entweder Conversions oder Klicks als Haupt-Ziel und kalkulieren Sie das Tagesbudget grob mit dem fünfzehnfachen Ihres anvisierten CPA.
GA4-Tracking vollständig einrichten:
Nur so erhält der Algorithmus verwertbare Signale. Importieren Sie alle relevanten Conversions – vom Kauf bis zum Lead-Formular.
Creative-Grundausstattung bereitstellen:
Ein 15- bis 30-sekündiger 16:9-Clip, ein 9:16-Video für Shorts sowie mindestens vier Bilder (quadratisch und hochkant) bilden das Grundgerüst. Überschriften dürfen maximal 30 Zeichen umfassen, Beschreibungen bis zu 90 – jeweils mit klarer Handlungsaufforderung.
Lernphase respektieren:
In den ersten zwei bis drei Wochen sollten Sie nur behutsam eingreifen. Danach lässt sich der Ziel-CPA nach und nach anpassen, schwache Assets können ersetzt werden.
Brand-Safety aktiv steuern:
Prüfen Sie die Einstellungen zum sensiblen Inventar und ergänzen Sie gegebenenfalls eine auf Ihr Unternehmen zugeschnittene Ausschlussliste.
Demand Gen - Die Verbindung aus Reichweite und Performance
Demand Gen erweitert das Google-Ads-Portfolio um eine Kampagnenform, die Reichweite und Performance wirkungsvoll verbindet. Wer bereits über sauberes GA4-Tracking und vielfältige Creatives verfügt, kann damit Nutzer in frühen Entscheidungsphasen ansprechen und dennoch konkrete Conversion-Signale nutzen. Entscheidend für den Erfolg sind ein realistisches Budget, eine sorgfältige Lernphase sowie der kontinuierliche Austausch schwacher gegen stärkere Assets. Richtig aufgesetzt, wird Demand Gen zum flexiblen Baustein zwischen klassischer Markenkommunikation und messbarer Absatzsteigerung.

