Google Ads / AdWords Experte von A-Z!
ChatGPT Ads für E-Commerce unterscheiden sich von klassischen Display- oder Social-Kampagnen vor allem durch den Kontext, in dem Nutzer auf Produkte stoßen können. Menschen können in ChatGPT Anforderungen erklären, Produkte vergleichen, Alternativen abwägen und ihre Auswahl Schritt für Schritt eingrenzen.
OpenAI beschreibt ChatGPT Ads als Werbeformat, das Menschen während Recherche, Vergleich und Entscheidungsfindung innerhalb einer zusammenhängenden Unterhaltung erreichen soll. Für die Auswahl einer Anzeige können unter anderem Gesprächskontext und Intention, Landingpage, Titel, Anzeigentext und Context Hints berücksichtigt werden.
Für E-Commerce kommt ein weiterer wichtiger Baustein hinzu: Produktfeeds. Retail Advertiser können inzwischen einen Produktkatalog in Ads Manager einbinden und daraus feedbasierte Kampagnen aufbauen.
Warum E-Commerce besonders gut zu kontextbasierter Werbung passen kann
Viele Käufe beginnen nicht mit einem konkreten Produktnamen.
Ein Nutzer könnte beispielsweise fragen:
„Welcher Koffer eignet sich für häufige Geschäftsreisen und passt als Handgepäck?“
Oder:
„Ich suche einen 27-Zoll-Monitor für Homeoffice und Bildbearbeitung. Worauf sollte ich achten?“
Oder:
„Welche Kaffeemaschine eignet sich für eine kleine Küche, wenn ich hauptsächlich Espresso trinke?“
In solchen Anfragen steckt bereits mehr als ein Keyword:
- Produktkategorie,
- Nutzungssituation,
- Anforderungen,
- Prioritäten,
- teilweise Budget,
- Entscheidungsphase.
Genau deshalb ist im E-Commerce nicht nur entscheidend, welches Produkt verkauft wird, sondern in welchem Kontext es relevant wird.
Produktfeeds sind für E-Commerce ein zentraler Unterschied
OpenAI bietet im Ads Manager Beta inzwischen Produktfeed-Kampagnen speziell für Retail Advertiser an.
Ein Produktfeed ermöglicht es, größere oder häufig wechselnde Kataloge strukturiert in ChatGPT Ads einzubinden. OpenAI nennt dabei insbesondere drei Vorteile:
- Kampagnen aus einem Katalog skalierbar erstellen,
- relevante Produkte passenden Kaufsituationen zuordnen,
- Produktinformationen, Verfügbarkeit und Metadaten aktuell halten.
OpenAI berichtet zudem, dass Anzeigen aus Produktfeeds bisher zu den stärkeren Performance-Gruppen des eigenen Werbeprogramms gehörten. Das ist eine Plattformbeobachtung von OpenAI und sollte nicht als Garantie für einzelne Händler verstanden werden.
Wie Produktfeeds aktuell funktionieren
Nach der aktuellen Dokumentation wird der Feed per SFTP mit Ads Manager verbunden.
Wichtige Rahmenbedingungen:
- Der Feed muss den OpenAI Feed Specifications entsprechen.
- Pro Ad Account ist derzeit eine Feed-Verbindung vorgesehen.
- Titel und Beschreibung feedbasierter Anzeigen werden aus dem Produktfeed übernommen.
- Feed-Produkte werden in dieser Beta für Ads verwendet und erscheinen dadurch nicht automatisch in organischen ChatGPT-Unterhaltungen.
Gerade der letzte Punkt ist wichtig:
Produktfeed in Ads Manager ≠ automatische organische Produktsichtbarkeit in ChatGPT.
Paid Advertising und organische Commerce-Sichtbarkeit sollten getrennt betrachtet werden.
Welche Shops profitieren besonders von Produktfeeds?
Produktfeeds sind besonders interessant, wenn ein Shop:
- viele Produkte besitzt,
- Preise regelmäßig ändert,
- unterschiedliche Varianten führt,
- saisonale Sortimente hat,
- Bestände häufig aktualisiert,
- mehrere Produktkategorien bewirbt.
Ein Shop mit fünf fest definierten Produkten kann Ads möglicherweise auch ohne komplexe Feed-Architektur strukturieren.
Bei mehreren Tausend Produkten wird eine manuelle Anzeigenerstellung dagegen schnell ineffizient.
Produktdaten werden Teil der Werbestrategie
Bei klassischen Kampagnen wird häufig stark auf Creative und Gebote geschaut.
Bei feedbasierten E-Commerce-Kampagnen wird zusätzlich die Qualität strukturierter Produktinformationen strategisch relevant.
Dazu gehören beispielsweise:
- eindeutige Produkttitel,
- korrekte Produktbeschreibungen,
- Preis,
- Verfügbarkeit,
- Kategorie,
- Produkt-URL,
- weitere erforderliche Attribute.
Wenn Titel und Beschreibung direkt aus dem Feed für Anzeigen verwendet werden, kann schlechte Datenqualität unmittelbar zu schwacher Werbekommunikation führen.
Das bedeutet:
Feed-Optimierung wird Teil der Anzeigenoptimierung.
Context Hints ergänzen den Produktkatalog
Ein Produktfeed erklärt, was verkauft wird.
Context Hints können zusätzlich beschreiben, wann und warum ein Produkt relevant sein könnte.
OpenAI beschreibt Context Hints als breite thematische Signale innerhalb einer Ad Group. Sie können relevante Gespräche, Themen, Keywords, Bedürfnisse oder Situationen erläutern. Sie sind keine Exact-Match-Targeting-Regeln.
Beispiel:
Produkt:
Leichter Hartschalenkoffer.
Schwacher Context Hint:
„Koffer“
Stärker:
„Reisende, die einen leichten Handgepäckkoffer für regelmäßige Kurz- und Geschäftsreisen vergleichen.“
Damit wird nicht nur die Produktkategorie genannt, sondern auch die Kaufmotivation.
E-Commerce-Kampagnen nach Kaufintention strukturieren
Ein Shop sollte nicht automatisch alle Produkte einer Kategorie in dieselbe Intent-Struktur werfen.
Bei Laufschuhen könnten beispielsweise unterschiedliche Situationen entstehen:
Einstieg
„Welche Laufschuhe brauche ich als Anfänger?“
Nutzung
„Welche Schuhe eignen sich für lange Straßenläufe?“
Eigenschaft
„Welche Laufschuhe haben gute Dämpfung?“
Vergleich
„Was ist der Unterschied zwischen Modell A und Modell B?“
Kaufentscheidung
„Welches Modell passt besser, wenn ich dreimal pro Woche 10 Kilometer laufe?“
Diese Situationen können unterschiedliche Botschaften und Landingpages benötigen.
OpenAI empfiehlt, Ad Groups auf einzelne Produktkategorien, Themen oder Intent-Bereiche zu fokussieren und deutlich unterschiedliche Use Cases zu trennen.
Landingpage-Matching entscheidet über den nächsten Schritt
Eine relevante Anzeige ist nur der Anfang.
Wenn ein Nutzer nach einem konkreten Produkt für eine bestimmte Situation sucht, sollte der Klick nicht auf einer allgemeinen Shop-Startseite enden.
Je nach Kampagne können geeignete Ziele sein:
- Produktdetailseite,
- passende Kategorie,
- Vergleichsseite,
- kuratierte Produktauswahl,
- thematische Landingpage.
Die Zielseite sollte unmittelbar zeigen:
- Produkt,
- Preis,
- Verfügbarkeit,
- Eigenschaften,
- Varianten,
- Versand,
- Rückgabemöglichkeiten,
- nächsten Kauf-Schritt.
OpenAI prüft Werbemittel und Landingpage als zusammenhängende Werbeerfahrung. Irreführende Angaben zu Preisen, Eigenschaften, Ergebnissen oder Markenbeziehungen sind nicht erlaubt.
Welche Produkte dürfen beworben werden?
Nicht jeder Onlineshop ist automatisch für ChatGPT Ads geeignet.
OpenAI konzentriert die frühe Werbephase auf ausgewählte Consumer-Kategorien wie:
- Lifestyle- und Haushaltswaren,
- Consumer Goods,
- Local Services,
- Travel und Experiences,
- digitale Produkte,
- Education.
Andere Kategorien sind ausgeschlossen oder eingeschränkt.
Ein Händler sollte deshalb vor technischer Feed-Arbeit prüfen:
- Sind die Produkte grundsätzlich zulässig?
- Enthält der Feed problematische Produktkategorien?
- Stimmen Anzeigen- und Landingpage-Inhalte mit den Richtlinien überein?
- Gibt es regulatorische Einschränkungen?
OpenAI besitzt außerdem separate Commerce Policies für Produkte und Händler innerhalb seiner Commerce-Flächen.
Daniel Schiemann
Advertising Manager
Tim Jerathe
Advertising Manager
Celina Krone
Advertising Manager
André Steiger
Advertising Manager
Sedanur Cabuk
Advertising Manager
Bjarne Rühling
Advertising Manager
Melanie Vahland
Advertising Manager
Natalie Pardela
Advertising Manager
Inha Panasenko
Advertising Manager
Sarah Meyer
Advertising Manager
Felix Wenzel
CEO
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Purchase ist im E-Commerce meist wichtiger als Klicks
Ein Shop kann einen sehr guten CTR-Wert haben und trotzdem Geld verlieren.
Deshalb sollte ein E-Commerce-Funnel nicht bei Klicks enden:
Impression→ Klick→ Produktansicht→ Warenkorb→ Checkout→ Purchase→ Umsatz
OpenAI Conversion Measurement kann Aktionen nach einem Ad-Klick erfassen, beispielsweise Käufe, Leads oder Registrierungen. Events können über OpenAI Pixel, Conversions API oder beide Wege übermittelt werden.
oCPC für E-Commerce
OpenAI unterstützt aktuell:
- CPM,
- CPC,
- oCPC.
CPM zielt auf Sichtbarkeit, CPC auf Klicks und oCPC auf Klicks, die mit höherer Wahrscheinlichkeit zu einem definierten Conversion Event führen. Die Abrechnung bei oCPC erfolgt weiterhin pro gültigem Klick und nicht pro Conversion.
Für einen Shop mit funktionierendem Purchase-Tracking kann oCPC strategisch interessanter sein als reine Klickoptimierung.
OpenAI verlangt dafür ein eingerichtetes Conversion Tracking und ein unterstütztes Standard-Conversion-Event.
ROAS bleibt eine Unternehmenskennzahl
Ads Manager stellt aktuell unter anderem zur Verfügung:
- Impressionen,
- Klicks,
- Spend,
- CTR,
- durchschnittlichen CPC,
- durchschnittlichen CPM,
- Conversions bei eingerichteter Messung.
Für Product-Feed-Kampagnen existiert zudem ein produktbezogener Reporting-Bereich, sobald aktive Kampagnen Auslieferung und entsprechende Daten erzeugen.
Für einen Händler reicht das allein jedoch nicht.
Intern sollten zusätzlich bewertet werden:
- Umsatz,
- Deckungsbeitrag,
- Retouren,
- Neukundenanteil,
- Customer Acquisition Cost,
- Wiederkaufsrate,
- Customer Lifetime Value.
Ein niedriger CPC ist kein Erfolg, wenn die Marge negativ wird.
Custom Audiences für Bestandskunden und Prospects
OpenAI unterstützt Custom Audiences aus eigenen Kunden- oder Prospect-Listen mit E-Mail-Adressen oder Telefonnummern.
Diese können derzeit unter anderem für:
- Campaign Inclusion,
- Campaign Exclusion,
- Bid Adjustments auf Ad-Group-Ebene
verwendet werden.
Für E-Commerce entstehen daraus praktische Möglichkeiten.
Beispielsweise können aktuelle Käufer von einer Neukundenkampagne ausgeschlossen werden oder bekannte Interessenten innerhalb einer passenden Kampagne berücksichtigt werden.
E-Commerce Ads und organische Shopping-Ergebnisse nicht vermischen
Für Händler ist eine klare Trennung wichtig:
Paid: ChatGPT Ads über Ads Manager.
Commerce/Shopping: Produktdaten und organische Commerce-Erlebnisse innerhalb von ChatGPT.
Ein Produktfeed für Ads Manager macht ein Produkt nach aktueller Dokumentation während der Beta nicht automatisch für organische ChatGPT-Unterhaltungen verfügbar.
Die Strategien sollten deshalb getrennt geplant, aber auf Datenebene konsistent gehalten werden.
Skalierung: nicht einfach mehr Produkte aktivieren
E-Commerce-Skalierung sollte nicht bedeuten:
„Alle 20.000 Produkte aktivieren und Budget erhöhen.“
Sinnvoller ist eine Hierarchie nach:
- Marge,
- Bestand,
- Nachfrage,
- Conversion Rate,
- saisonaler Relevanz,
- strategischer Bedeutung.
Danach können separate Kampagnen oder Ad Groups für unterschiedliche Produktbereiche und Intentionen aufgebaut werden.
OpenAI empfiehlt getrennte Kampagnen für deutlich unterschiedliche Ziele, Regionen oder Produktkategorien.
ChatGPT Ads vs. Google Shopping und Social Ads
Die Kanäle erfüllen unterschiedliche Aufgaben.
Google Shopping kann besonders stark bei bestehender Produktsuche sein.
Meta und TikTok können Produkte visuell entdecken lassen und Nachfrage erzeugen.
ChatGPT Ads können stärker an ausführlichen Recherche-, Vergleichs- und Entscheidungssituationen ansetzen.
Die richtige Strategie lautet deshalb häufig nicht:
Welcher Kanal gewinnt?
Sondern:
Welche Aufgabe übernimmt welcher Kanal im Kaufprozess?
Aktuelle Verfügbarkeit in Deutschland
Der OpenAI Ads Manager ist mit Stand 18. August 2026 verfügbar in:
- Australien,
- Kanada,
- Japan,
- Korea,
- Neuseeland,
- Vereinigtem Königreich,
- USA.
Deutschland ist derzeit nicht in der offiziellen Verfügbarkeitsliste enthalten. OpenAI weist darauf hin, dass sich die Länderabdeckung mit der weiteren Testausweitung verändern kann.
Deutsche E-Commerce-Unternehmen sollten deshalb aktuell insbesondere:
- Produktdaten optimieren,
- Feed-Strukturen vorbereiten,
- Conversion Tracking verbessern,
- Produkt- und Intent-Cluster definieren,
- Richtlinien prüfen.
Wie AdPoint E-Commerce-Kampagnen vorbereiten würde
AdPoint würde nicht einfach den gesamten Shop als eine Kampagne behandeln.
Der Aufbau beginnt mit:
- Produkt- und Margenanalyse,
- Auswahl wirtschaftlich relevanter Kategorien,
- Feed-Qualitätsprüfung,
- Intent-Clustering,
- Context Hints,
- Creative-Variationen,
- passenden Produkt- und Kategorie-Landingpages,
- Conversion Measurement,
- Auswertung nach tatsächlichem Geschäftswert.
Aus unserer Arbeit im Performance Marketing wissen wir, dass Skalierung nur dann sinnvoll ist, wenn Tracking und Wirtschaftlichkeit mitwachsen.
AdPoint ist eine unabhängige Performance-Marketing-Agentur. ChatGPT und OpenAI sind Marken von OpenAI.
Häufig gestellte Fragen
Ja, Retail und verschiedene Consumer-Kategorien gehören zu den naheliegenden Einsatzfeldern. Die konkrete Produktkategorie muss jedoch den OpenAI Ad Policies entsprechen.
Ja. Retail Advertiser können Produktfeeds im Ads Manager Beta einbinden und daraus feedbasierte Kampagnen erstellen.
Nach aktueller OpenAI-Dokumentation werden Feeds per SFTP angebunden.
Nein. OpenAI erklärt für die aktuelle Beta ausdrücklich, dass Produkte aus Ads-Feeds nur für Anzeigen verwendet werden und dadurch nicht automatisch organisch erscheinen.
oCPC kann auf ein unterstütztes Conversion Event nach einem Anzeigenklick optimieren, sofern Conversion Tracking eingerichtet ist.
Custom Audiences ermöglichen unter anderem Kampagnen-Ausschlüsse für ausgewählte Kunden- oder Prospect-Listen.
Deutschland steht mit Stand 18. August 2026 nicht in der offiziellen Ads-Manager-Länderliste.
