Newsletter 13. Juni 2026
Agentic Commerce: Kaufen KI-Agenten bald für Ihre Kunden ein?
Auf der diesjährigen Google Marketing Live (GML) im Mai hat Google einen faszinierenden – und fast schon revolutionären – Blick in die Zukunft des E-Commerce gewährt. Das große Schlagwort, das die gesamte Branche bewegen wird, heißt: Agentic Commerce.
Noch steckt diese Technologie in den Kinderschuhen, aber die Weichen für die nächste Generation des digitalen Handels werden jetzt gestellt. Als Ihre Agentur erklären wir Ihnen, was sich hinter den Visionen verbirgt und wie die Zukunft des Shoppings aussieht.
Was ist Agentic Commerce?
Bisher nutzen Kunden Künstliche Intelligenz vor allem als Berater: Nutzer fragen ChatGPT oder Gemini nach Produktempfehlungen und kaufen dann selbst im Shop.
Beim Agentic Commerce gehen sogenannte Gemini AI Agents einen Schritt weiter: Sie werden zu aktiven Einkäufern. Ein Nutzer könnte seiner KI in Zukunft den Befehl geben: „Suche mir eine wetterfeste Laufjacke in Größe M unter 150 Euro mit guten Bewertungen und kaufe sie direkt.“ Die KI durchsucht das Netz, vergleicht Angebote und schließt den Kauf im Hintergrund selbstständig ab.
Damit dieses Zusammenspiel zwischen den KI-Agenten und Ihrem Onlineshop reibungslos funktioniert, hat Google zwei entscheidende Puzzleteile vorgestellt.
1. Das Universal Commerce Protocol (UCP)
Damit die KI versteht, ob ein Produkt verfügbar ist, welche Farbe es hat oder wie die Lieferbedingungen lauten, wird eine gemeinsame Sprache benötigt. Genau das soll das Universal Commerce Protocol (UCP) werden. Es ist ein offener Standard, der es Shopsystemen (wie Shopify, Shopware oder WooCommerce) und der Agentic AI ermöglicht, fehlerfrei miteinander zu kommunizieren. Wer in Zukunft von KI-Agenten gefunden und angesteuert werden will, wird sich technisch auf dieses Protokoll vorbereiten müssen.
2. Der Universal Cart (Start der Testphase in den USA ab Sommer 2026)
Ein großer Schritt in diese Richtung ist der Universal Cart – ein shopübergreifender KI-Einkaufswagen, der ab diesen Sommer in den USA in die Testphase gehen soll. Das Prinzip: Nutzer können direkt aus einer Google Shopping Anzeige heraus Produkte in diesen universellen Warenkorb legen und mit nur einem einzigen Klick kaufen – ohne den eigentlichen Online Shop überhaupt betreten zu müssen.
Was bedeutet das jetzt für Sie?
Keine Sorge: Sie müssen Ihren Online Shop nicht morgen komplett umbauen. Diese Entwicklungen stehen ganz am Anfang und werden zunächst intensiv auf dem US-Markt erprobt. Bis KI-Agenten in Deutschland flächendeckend autonom einkaufen, wird noch etwas Zeit vergehen. Dennoch ist es wichtig, sich schon heute auf die Entwicklungen der Zukunft vorzubereiten.
Unser Versprechen: Wir beobachten die Entwicklung des Universal Commerce Protocols und des Universal Carts ganz genau. Sobald die Testphasen abgeschlossen sind, Schnittstellen für europäische Shopsysteme bereitstehen oder sich konkrete Optimierungsmöglichkeiten für Ihren Produktfeed ergeben, kommen wir proaktiv auf Sie zu.


